Die Angst vor dem machtlosen Versagen bei der Präsentation

Nun bin ich aufgestanden und hab versucht mich zu konzentrieren, Uni-Kram zu erledigen. Ich habe sogar gelernt, ging sogar recht flott – wie dann meistens. Jetzt wäre es an der Zeit, dass ich den nächsten Punkt auf der Liste abarbeite. Aber ich kann nicht, weil ich ohnehin weiß, dass ich in dieser Vorlesung durchfallen werde. Am liebsten würde ich sie auch einfach abwählen, sie nicht weiter machen, denn in zwei Wochen wird sich meine Gruppe bei der Präsentation von unserem Term-Paper vor versammelten Saal und dem strengsten Professor blamieren. Ich stehe nicht hinter diesem Thema, die Berechnungen sind entweder falsch oder unsere Daten kompletter Müll. Wahrscheinlich ein Mix aus beidem. Das Thema wurde schon allgemein vom Professor als nicht besonders gut angesehen, aber meine Gruppe musste sich ja dazu entschließen, es trotz Einwände durchzuführen. Die Ausführung ist meiner Meinung nach mehr als dürftig. Aber vielleicht sehe ich das auch alles wieder zu streng.  Ich bin einfach mega unzufrieden und ich schäme mich. Ich schäme mich, weil ich nicht stärker eingelenkt habe, weil ich irgendwann beschlossen hab mich mit verschränkten Armen nach hinten zu lehnen und nur noch das Nötigste zu tun. Warum? Weil meine Einwände nicht verstanden wurden.

Ich mag keinen einzigen Fuß mehr in diesen Vorlesungsraum setzen, mag dem Professor nicht noch einmal gegenüberstehen, weil ich jedes Mal diese Machtlosigkeit fühle. Ich bin selber nicht die schlauste, ich kann die wöchentlichen Gruppenarbeiten auch nicht erledigen, aber zumindest setze ich mich dran und versuche es und mache es nicht, wie meine Mitglieder nach „Daumen Mal Pi“ und alles ab nicken, was ich sage. Ich weiß doch auch nicht, ob es richtig ist. Ich fühle die Last der ganzen Verantwortung auf meinen Schultern, obwohl es doch Sinn sein sollte, Last bei einer Gruppenarbeit abzugeben? Ich wollte einfach auch mal etwas abgeben dürfen, aber dann kommt schlussendlich noch so eine Präsentation raus, wie sie sie in den ersten Wochen gemacht haben. Das Gesagte war ja okay, aber die Powerpoint eine Katastrophe. So etwas mag ich dann auch nicht haben. Aber selber präsentieren schaffe ich nicht. Ich schaffe es nicht, so einen Müll vorzutragen.

Gerade wenn so etwas ist, spüre ich die Dummheit meinerseits, fühle ich, dass ich nicht gut genug bin und es nicht verdient habe zu existieren. Meine ganzen oben angeführten Besorgnisse klingen arrogant und ein wenig sind sie es auch, aber ich stelle nicht nur meine Gruppenmitglieder als Nichtwissend dar, sondern auch mich selber. Aber zumindest reagiere ich auf meine Umwelt und geh nicht mit dem Kopf durch die Wand.  Ich will gar nicht arrogant sein, ich will auch nicht so denken, aber ich kann es nicht abstellen. Selbstschutz? 
Ich habe so Angst und mag nur mein Computerspiel spielen, damit ich doch einfach vergesse, wie schlecht es gerade darum steht. Warum kann es mir nicht wie so vielen anderen auch egal sein, wenn ich wo durchfalle? Schließlich war dies hier wirklich nicht meine Schuld. Das war einfach sehr schlechtes Teamwork und eine unmögliche Gruppenkonstellation.  Warum kann ich das nicht unter „Shit happens.“ abstempeln und weiterleben ohne das Gefühl zu haben, dass jemand mir meine Lungen zusammenpresst?

8.12.13 06:08

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